Google+ Bruichladdich Islay Whisky Blog: Über Whisky im Allgemeinen

Samstag, 23. November 2013

Über Whisky im Allgemeinen

Über die Herstellung von Whisky
Menschen trinken gerne mal einen Whisky. Die einen mögen ihn lieber als Zutat in einem Cocktail, die anderen geniessen Whisky gerne pur oder auf Eis. Unterschiede im Geschmack und in der Qualität der verschiedenen Whisky-Sorten gibt es da natürlich. Es ist nicht einfach Whisky herzustellen. Im Gegenteil: Es ist keine einfache Sache und recht kompliziert. Jeder Whisky-Hersteller stellt seinen Whisky auf eigene Art und Weise her. Doch es gibt selbstverständlich Grundregeln um Whisky zu produzieren.

Der erste Arbeitsschritt wird "mälzen" genannt. In der dieser Phase keimt die in Wasser eingeweichte Gerste. Die daraus entstandenen Keime werden nun getrocknet. Bereits hier wird über den späteren Geschmack des Whiskies entschieden. Jede Destille hat hier seine eigene Methode. Die getrocknete Gerste wird nun gemahlen und mit kochendem Wasser übergossen. Dieser Vorgang wird öffters wiederholt um möglichst viel der löslichen Stärke herauszufiltern. Diese Maische kühlt nun ab. Hefe kommt als nächstes hinzu und wird unter die Maische gemischt. Der enthaltene Zucker der sich in der Maische befindet ist der Sauerstoff-Lieferant und regt so den nötigen Gärungsprozess an. Es entsteht so der Alkohol im Whisky.

Es wird nun destilliert. Je nach Hersteller unterscheiden sich hier die Verfahren. Für die Reifung wird das Destillat in Holzfässer abgefüllt. Hier lagert es für mindestens 3 Jahre (erst jetzt darf sich der Brand "Whisky" nennen). Durch die Lagerung im Fass erhält der Whisky seinen typischen Geschmack. Der Geschmack des Whiskies wird so beeinflusst. Die verwendeten Fässer unterscheiden sich je nach Destille. So ein Fass kann zum Beispiel aus amerkanischer Weiss-Eiche oder aus europäischer Eiche bestehen. Abgefüllt wird Whisky nach unterschiedlich langer Reifezeit in Flaschen aus Glas.

Wirtschaftsfaktor Whisky / Whiskey
Rund 11.000 Menschen im vereinigten Königreich arbeiten in der Whiskyindustrie. Hinzu kommen 57.000 Menschen aus der Zulieferindustrie. Ca. 953.000.000 Flaschen Whisky wurden verkauft (davon 55.000.000 Flaschen Single Malt). Dem Staat brachte dies ca. 800.000.000 GBP an Alkoholsteuer ein. Mit dem Export von Whisky wurde ein Umsatz von 2.000.000.000 GBP erzielt. 90% davon entfielen hierbei auf Blended Whisky. (Stand: 2004)

Steuern, Kämpfe, Prohibition und Konzerne
Seit dem Jahre 1643 sollte Whisky in Irland offiziell besteuert werden (in Schottland seit 1644). Dieses Vorhaben scheiterte, niemand hielt sich daran. Whisky wurde im Jahre 1661 zunächst in Irland und dann im Jahre 1707 auch in Schottland verboten. Eine Ausnahme gab es jedoch: Mit einer gültigen staatl. Lizenz durfte weiter Whisky produziert werden. Wegen der Steuern kam es in den folgenden Jahren zu blutigen Kämpfen zwischen den Steuereintreibern ("gaugers" genannt) und den Schmugglern von Whisky ("smugglers" genannt).

Whiskey / Bourbon wurde auch in Amerika besteuert: Im Jahre 1794 war es George Washington (er betrieb eine eigene Brennerei) der eine Steuer auf Whiskey / Bourbon erhob um den Bedarf an finanziellen Mitteln besser decken zu können. Nach dem Ende des Unabhängigkeitskrieges waren die Kassen leer. Es kam daraufhin in Pennsylvania zu einer Rebellion der Siedler. Sie wollten diese Steuer nicht hinnehmen. Eine 13.000 Mann starke Armee unter der Führung von Henry Lee musste den Aufstand blutig beenden. Die Whiskey-Brenner gingen nach Westen in die Staaten Tennessee und Kentucky. Der grösste Teil der in den USA hergestellten Whiskeys / Bourbon kommt auch heute noch von hier.

Im Jahre 1822 verabschiedete man in Schottland den "Illicit Destillation Act", das Gesetz über die illegale Destillierung. Das Steuerrecht wurde so zwar vereinfacht, da es aber die Rechte der Großgrundbesitzer stärkte. kam es wieder zu Unruhen. Ein Jahr später wurde der sogenannte "Act of Excise" beschlossen. Es wurde ein Betrag von 10 britischen Pfund und ein fixer Betrag pro Gallone Whisky vereinbart. Eine Mindestgrösse von 40 Gallonen pro Brennblase wurde gleichzeitig beschlossen. Der Gründer von "The Glenlivet" George Smith baute als Erster seine Brennerei nach den neuen Vorgaben. Durch die neue Rechtssprechung lohnte es sich nun, Whisky legal zu produzieren. In einem Zeitraum von 10 Jahren verschwanden so die illegalen Brennereien in Schottland und auch in Irland.

Die allermeisten kleinen Brennereien in den USA mussten wegen der Prohibition (von 1920 bis 1933) den Betrieb einstellen und geschlossen werden. Auch Schottland blieb davon nicht verschont. Die nun legal in den Startlöchern stehende Produktion kontrollierten grössere Konzerne. Auch in Schottland konzentrierten sich die Brennereinen und die Abfüller in Konzernen. Heute operieren diese Konzerne weltweit und vereinen diverse Destillen unter einem Dach. Durch immer weitere Zukäufe gibt es immer weniger kleine, unabhängige Betriebe.